Von Burak Kılıç, UPS Managing Director Schweiz, Österreich und Deutschland
Die Schweiz ist ein Hochleistungsstandort – forschungsstark, exportorientiert, international vernetzt. Oft unterschätzt: Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht nur im Labor, im Maschinenraum oder am Engineering-Desk, sondern auch in der Lieferkette. Wer global verkaufen will, muss global liefern können – zuverlässig, planbar und regelkonform. In der Schweiz werden Produkte entwickelt und gefertigt, die international gefragt sind – oft zeitkritisch, oft reguliert, immer anspruchsvoll. Dafür braucht es Logistik, die Geschwindigkeit mit Zollkompetenz und Transparenz verbindet.
Seit 40 Jahren sind wir von UPS in der Schweiz aktiv. Der Eintrag ins Handelsregister datiert vom 17. September 1986; der Rechtssitz liegt in Münchenstein (BL). Dieses Jubiläum ist deshalb weniger Nostalgie als vielmehr ein guter Anlass, über eine wichtige Frage zu sprechen: Was braucht ein Land mit internationaler Arbeitsteilung, damit Handel reibungslos funktioniert?
Handel braucht Tempo – und Verlässlichkeit
Viele Schweizer Unternehmen konkurrieren in Märkten, in denen Lieferzuverlässigkeit direkt auf Umsatz, Reputation und Kundenbindung wirkt. Das gilt für Hightech-Komponenten ebenso wie für Ersatzteile im Maschinenbau – und in der Region Basel besonders für die Life-Sciences-Industrie, in der Verfügbarkeit und Integrität von Sendungen oft geschäftskritisch sind.
Expresslogistik leistet hier mehr als „schnell zustellen“. Sie ermöglicht präzisere Produktions- und Distributionsplanung, reduziert gebundene Lagerbestände und verkürzt „Time-to-Market“. Entscheidend ist dabei nicht nur die Geschwindigkeit, sondern die Vorhersagbarkeit: definierte Laufzeiten, belastbare Cut-off-Zeiten, Transparenz über den Sendungsstatus.
Zoll ist kein Nebenschauplatz – sondern Teil der Lieferkette
Wer aus der Schweiz in die EU oder in Drittstaaten liefert (oder umgekehrt importiert), bewegt sich in einem Umfeld, in dem formale Anforderungen und Dokumentationspflichten schnell zum Engpass werden können. Darum ist Verzollung heute nicht mehr „nachgelagert“, sondern muss in die Logistikprozesse integriert sein.
Digitale Verfahren können hier spürbar entlasten: UPS bietet die Möglichkeit, Handelsdokumente elektronisch zu übermitteln, um die Abfertigung zu beschleunigen und Medienbrüche zu reduzieren. Gerade für KMU kann das ein Hebel sein, weil Standardisierung und klare Workflows administrativen Aufwand senken und Fehlerquellen verringern. Ergänzt durch die Nutzung von KI in der Verzollung, die Zolldaten automatisiert prüft, klassifiziert und vorbereitet, ermöglicht es so schnellere, regelkonforme Abfertigungen bei höherer Transparenz.
Vernetzung entsteht in Hubs und nicht in PowerPoint
Globale Netzwerke funktionieren, weil sie physische Knotenpunkte haben. Für UPS ist der europäische Air Hub am Flughafen Köln/Bonn ein solcher Knoten: Dort ist das europäische Drehkreuz für den internationalen Warentransport angesiedelt. Es besteht eine Flugverbindung von Basel und von Zürich zum europäischen UPS Air Hub in Köln. Für exportierende Unternehmen in der Schweiz bedeutet das: Anschluss an ein eng getaktetes System aus Luftfracht, Bodennetz und internationalen Relationen um Transitzeiten zu verkürzen und Lieferketten planbar zu halten.
Basel als Beispiel: Spezialisierung trifft Logistikfähigkeit
Die Region Basel steht wie kaum eine andere für die Konzentration von Pharma, Biotech und chemischer Industrie. Diese Branchen verlangen nicht nur Geschwindigkeit, sondern häufig auch spezialisierte Prozesse – etwa beim Umgang mit sensiblen Gütern oder bei der Sicherung von Qualität entlang der Transportkette.
Unabhängig vom konkreten Standort ist die Richtung klar: In der Logistik verschiebt sich die Wertschöpfung immer weiter von reinem Transport zu nachweisbaren, auditierbaren und digital unterstützten Prozessen.
Fazit: Logistik bleibt Standortpolitik – jeden Tag
40 Jahre Präsenz bedeuten vor allem eines: Kontinuität in einem Geschäft, das sich permanent verändert. Handelsrouten, Regulatorik, Kundenerwartungen und Technologien entwickeln sich weiter – und damit auch die Anforderungen an Transport, Zoll und Transparenz. Für die Schweiz als international ausgerichteter Wirtschaftsstandort gilt: Logistik ist keine Hintergrundfunktion, sondern Teil der Infrastruktur, die Wachstum ermöglicht.
„Die Schweiz ist ein strategisch bedeutender Markt. UPS ermöglicht Schweizer Unternehmen einen verlässlichen Zugang zum globalen Markt.“
Faktenbox
- Eintrag ins Handelsregister der Schweiz: 17.09.1986
- Rechtssitz/Adresse: Münchenstein (BL), Binningerstrasse 2, Spenglerpark
- Europäisches Luftfrachtdrehkreuz (UPS): Köln/Bonn (DE), angeflogen werden von dort Basel und Zürich
- Mitarbeitende weltweit: 490.000
- Service-Gebiet: Mehr als 200 Länder und Gebiete
- Tägliches Durchschnittvolumen weltweit: 22,4 Millionen Sendungen (in 2024)




