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BLKB-Tochter Radicant stellt CEO per sofort frei

Wegen «eines unterschiedlichen Führungs- und Kommunikationsverständnisses» gibt es nun ad interim zwei Co-CEO.

Bei der zur Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) gehörenden Digitalbank Radicant kommt es per sofort zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze. Der bisherige CEO Anders Bally sei wegen «eines unterschiedlichen Führungs- und Kommunikationsverständnisses» mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, teilte die Bank am Mittwochabend mit.

Nun gibt es ad interim zwei Co-CEOs: Die Leitung der Bank übernehmen vorübergehend der Produktchef Rouven Leuener und der Finanzchef Roland Kläy, wie es weiter heisst.

Der baldige Markteintritt der Radicant Bank stelle einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Tochtergesellschaft der BLKB dar, wird VRP Marco Primavesi in der Mitteilung zitiert. «Mit der Ernennung der neuen Co-Leitung ad interim von Rouven Leuener und Roland Kläy unterstreicht der Verwaltungsrat die Bedeutung dieser entscheidenden Phase.»

Internes E-Mail in Medien zitiert
Der freigestellte Radicant-CEO Anders Bally war jüngst in die Schlagzeilen geraten, weil er in einem internen E-Mail an seine Mitarbeitenden Politiker in Basel als nicht empfänglich für Digitalisierung dargestellt haben soll. Grund für das E-Mail war gemäss dem Finanzportal «Inside-Paradeplatz» ein kritischer Artikel in der Basler Lokalzeitung BZ.

In dem BZ-Artikel heisst es, BLKB-Chef John Häfelfinger wolle mit Radicant aus der traditionellen Kantonalbank ein trendiges Finanzhaus bauen. Doch die Baselbieter Politik sei skeptisch, ob das gelinge. Zudem habe die BLKB bislang 70 Mio. Fr. «in diese Weltverbesserung» investiert und es sollten bis zu 150 Mio. werden. Doch damit sich das Investment für die BLKB rechne, brauche es mindestens 100’000 Kunden.

In der Folge soll der Ex-Chef von Radicant das E-Mail verfasst haben, aus dem «Inside-Paradeplatz» zitiert hat. Bally soll von einem «Shitstorm» gegen die Radicant-Besitzerin BLKB gesprochen haben. Die Politiker, die sich gegen das Engagement der Kantonalbank bei Radicant aussprächen, hätten Schwierigkeiten, die «disruptiven Aspekte zu verstehen», die Radicant mit sich bringe, soll es in dem E-Mail heissen.

CEO-Suche läuft
Auf Nachfrage von AWP hält die BLKB zur Freistellung von Bally und den unterschiedlichen Auffassungen betreffend Kommunikation fest, dass die «jüngst gemachten Aussagen von Bally zum Entscheid sicher beigetragen hätten». Derweil habe der Verwaltungsrat von Radicant die Suche zur langfristigen Besetzung des CEO-Postens initiiert.

Artikel von: www.fuw.ch
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