Umnutzung der Mittenza: In wenigen Schritten vom Hotel zur Musikschule

Das Kongresszentrum Mittenza in Muttenz soll in eine Musikschule und ein Haus der Vereine transformiert werden. Nun liegt das Bauprojekt vor.

Die Idee tönt frappant: Die aktuell auf verschiedene Standorte verteilte Allgemeine Musikschule soll im Kongresszentrum Mittenza zusammengezogen werden. Damit würde das Mittenza, das der Gemeinde gehört, wieder einer Nutzung zugeführt, die Leben in den Bau aus den 1970er-Jahren bringt. Nachdem für das einstige Hotel- und Kongresszentrum mangels Interesse kein Baurechtsnehmer gefunden werden konnte, war klar, dass das Traditionshaus in dieser Form keine Zukunft haben wird.

Einen Antrag zur Prüfung eines Abrisses lehnte die Gemeindeversammlung im vergangenen Jahr klar ab. Der Gebäudekomplex prägt das Ortsbild bis heute und trug massgeblich dazu bei, dass Muttenz 1983 für seinen historischen Ortskern den Wakker-Preis erhielt. Das Haus ist heute stark sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat rechnet für das ambitionierte Vorhaben mit Kosten von rund 22 Millionen Franken. Anschliessend soll das Gebäude unter kantonalen Denkmalschutz gestellt werden.

Oben leise, unten laut

Mit überraschend wenig Eingriffen in die Bausubstanz soll es gemäss dem Siegerprojekt der Basler Architekten Buol & Zünd möglich sein, aus einem Hotel eine Musikschule und ein Haus der Vereine zu machen. Die grösste Herausforderung liegt in der Akustik. Instrumente und Stimmen müssen schön klingen, sich aber nicht gegenseitig stören. Schlagzeug direkt neben Blockflöte geht logischerweise nicht.

Der zuständige Gemeinderat Thomi Jourdan (EVP) nannte am Montagabend bei der Vorstellung des Projekts den Vorschlag von Buol & Zünd «genial einfach». Das Mobiliar der Hotelzimmer soll möglichst in die neue Nutzung mitgenommen werden. Leisere und laute Instrumente werden in den Stockwerken verteilt – oben leise, unten laut.

Mit neuen Verglasungen sollen die Räume im Untergeschoss besser isoliert werden. Dazu soll es im Untergeschoss einen neuen Ensembleraum geben. Bestehende grössere Räume sollen mit Faltwänden geteilt werden können. Vereinzelt sind Abbrüche nötig. Der regional bekannte Saal soll in der heutigen Form bestehen bleiben. An der Fassade soll es keine sichtbaren Änderungen geben. Die Verbesserung der Isolation des ganzen Gebäudes soll über das Dach und die Befensterung erreicht werden. Jourdan machte klar, dass der Bau nicht zum Minergie-P-Standard gemacht werden kann.

Hotel und Musikschule baulich nah beisammen

Gemeinderat Thomi Jourdan zeigte sich ab dem Vorschlag der Basler Architekten begeistert. «Die intelligente Anordnung der Räume löst auch kostenmässig viele Probleme.»Es habe Vorschläge mit grösseren baulichen Eingriffen und Abbrüchen gegeben. Für Architekt Lukas Buol sind Hotel und Musikschule baulich gar nicht weit voneinander entfernt. «Beide Nutzungen brauchen viele Zimmer. Deshalb funktioniert es mit verhältnismässig wenig Eingriffen.»

Während Buol & Zünd den baulichen Rahmen vorgeben, soll die Denkstatt Sàrl, die schon die Basler Markthalle und das Gundeldingerfeld einer neuen Nutzung zugeführt hat, zusammen mit der Bevölkerung das neue Mittenza inhaltlich gestalten. Bereits im kommenden Juni soll an der Gemeindeversammlung über den Baukredit abgestimmt werden.

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