Roche bereitet sich auf Unterbrüche in der Stromversorgung vor

Für die Produktion und die Forschung ist eine beständige Energieversorgung für den Pharmakonzern unabdingbar. Eine neue Notstromversorgung in Basel und Kaiseraugst soll die Lösung sein.

Eine unterbruchfreie Energieversorgung sei elementar für Roche, sagt Jürg Erismann, Standortleiter von Basel und Kaiseraugst. Aus diesem Grund schafft Roche eine neue Notstromversorgungsanlage für die beiden Standorte in der Nordwestschweiz an. In Basel wurde die Turbine bereits geliefert und soll ab Januar einsatzbereit sein. Die Anlage in Kaiseraugst soll wenige Wochen später zur Verfügung stehen.

Energie für mehrere Monate

Die Anlagen können mit Erdgas, schwefelarmen Heizöl oder Wasserstoff betrieben werden. «Zum Einsatz kommen sie nur, falls die Stromversorgung für längere Zeit unterbrochen ist», sagt Erismann. Eine Umstellung sei innert Stunden möglich. Die Anlagen sollen die kritischen Funktionen der Produktion und Forschung im Notfall mit Strom versorgen können, wenn nötig über mehrere Wochen bis Monate. 3’000 Liter Öl verbrenne eine solche Turbine in der Stunde.

Das bisherige Notstromaggregat von Roche wäre nicht für längere Unterbrüche ausgelegt. Deshalb würde es die neue Anlage brauchen. Vor der aktuellen Energiemangellage habe man mit Unterbrüchen von Sekunden oder Minuten gerechnet und entsprechend geplant.

Die Anschaffung sei auch eine Entlastung für das öffentliche Stromnetz. Roche sei im Austausch mit den kantonalen Behörden wegen der notwendigen Bewilligungen. «Der Prozess läuft parallel», sagt Erismann. Die Anschaffung einer solchen Anlage koste Roche einen Betrag im hohen einstelligen Millionenbereich.

Externe Lagerung

Mittel- und langfristig kann sich Roche den Generator auch als eigene Energiequelle vorstellen. In diesem Fall müsste er aber mit Wasserstoff betrieben werden. «Die Standorte Basel und Kaiseraugst sollen bis 2030 frei von fossilen Energiequellen sein», sagt Erismann.

Die benötigten Erdgasleitungen würden bereits bestehen, da das Unternehmen ohnehin auf Erdgas angewiesen sei. Müsste die Notstromanlage mit Heizöl betrieben werden, wären Tankwagen nötig. «Roche hat Heizöllager gekauft», sagt Erismann. Die Energiequelle werde extern gelagert. Auf dem Campus gäbe es keine Möglichkeit, die notwendigen Kapazitäten unterzubringen.

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