Basler Rheinfront-Häuser verschwinden: Roche schafft ab 2024 Platz für den Bau 3

Zum Südareal von Roche wurde am Montag die Planauflage publiziert. Ein Bauprojekt für den 221 Meter hohen Bau 3 liegt noch nicht vor. Doch Roche bereitet das Südareal so vor, dass er in einem zweiten Schritt gebaut werden könnte. Ab 2024 ist der Abbruch der Laborgebäude zum Rhein vorgesehen.

Er wird zwar weiterhin nur als Vision bezeichnet. Und ein konkretes Bauprojekt liegt auch keines vor. Doch wenn es Roche weiterhin geschäftlich gut läuft, führt an ihm kein Weg vorbei: Am neuen Bau 3.

Noch existiert das Super-Hochhaus erst als Skizze. Klar ist hingegen: Wachsen kann und will der Pharmakonzern künftig auf dem Südareal nur noch in die Höhe – eben mit dem Bau 3. Das zeigt die öffentliche Planauflage zum Südareal, die am Montag publiziert worden ist. Einsprachen sind bis zum 20. Dezember möglich.
Der Bau 3 würde mit seinen 221 Metern Höhe seinen älteren Bruder, den 205 Meter hohen Bau 2, um 16 Meter überflügeln. Und ihn auch gleich als höchstes bewohnbares Gebäude der Schweiz ablösen. Alternativen zum Bau 3 gibt es keine mehr, zumindest nicht auf dem Basler Werkareal von Roche.

Zu früh gefreut: Park bleibt wohl umzäunt

Das Südareal des Pharmariesen ist umgrenzt vom Rhein, vom Solitüde-Park, von der Grenzacherstrasse und von privaten Wohnhäusern. Nach dem neuen Bebauungsplan gibt es auf der Parzelle nur eine Stelle, wo ein Hochhaus erstellt werden dürfte – die früheren Ideen, statt eines drei kleinere Hochbauten zu errichten, wären also nicht mehr realisierbar. Dafür bräuchte es einen neuen Bebauungsplan.

Dass sich Roche beim räumlichen Wachstum auf ein Objekt konzentriert, hat einen Grund: So wird es möglich, «einen grosszügigen Grünraum für die Belegschaft von Roche und das Quartier insgesamt zu schaffen», wie es im Bericht zur Planauflage heisst. Vorgesehen ist, vom 32’000 Quadratmeter grossen Südareal künftig mehr als die Hälfte der Fläche zu entsiegeln, also als Grün- und Freiraum zu gestalten. Heute beträgt der Anteil der nicht versiegelten und nicht überbauten Fläche lediglich 18 Prozent.

Allen, die sich auf einen öffentlich zugänglichen Park gefreut haben, erteilt die Planauflage einen Dämpfer. Das Areal wird wohl weiterhin umzäunt und überwacht bleiben. Zwar ist es möglich, dass die Tore unter der Woche tagsüber geöffnet werden, wie es beim Novartis Campus der Fall ist. Doch beim Roche-Areal handle es sich, macht der Bericht klar, «weiterhin um ein innerstädtisches Industrieareal, das den entsprechenden Vorschriften zur Sicherheit und Zugangskontrolle untersteht».

Gewünscht ist für Bau 3 eine schlanke Form

Einen zumindest groben Zeitplan für den Bau 3 verrät der Bericht aber doch. Zwar gebe es für das Vorhaben «aktuell keinen unmittelbareren Bedarf», heisst es. Doch Roche könnte die Planungen in Angriff nehmen, sobald die Neubauten im Nordareal bezogen sind.

Gemeint ist das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum entlang der Grenzacherstrasse, wo rund 1000 Forschende unterkommen sollen. Die vier Neubauten, der höchste ist 114 Meter hoch, stehen bereits und werden 2024 bezogen. Ab dann wird auf der anderen Seite der Grenzacherstrasse Platz geschafft.


Roche will bei Bau 3 eine «zu dicke Erscheinung des Gebäudes» verhindern.
zvg

Als Erstes soll es der alten Rheinfront an den Kragen gehen. Es handelt sich um die sogenannte «Weisse Fabrik»: Das sind die nicht mehr gebrauchten Laborgebäude, die kammartig entlang des Rheinufers stehen und zwischen 1940 und 1970 erstellt wurden.

Trotz Kritik hat Roche entschieden, die Gebäude nicht erhalten zu wollen. Genauso wie den Bau 52, das alte Roche-Hochhaus von 1960, das, wie die Rheinfront, ebenfalls vom früheren Firmenarchitekten Roland Rohn erstellt wurde. Der Bau scheint wegen seiner mächtigen Nachbarn heute winzig, trotz 63 Metern Höhe. Nur ein einziges Element des Rohn-Riegels bleibt erhalten: Der Bau 27. Er wird zur Grenzacherstrasse verschoben und in den Originalzustand zurückgeführt.

Worauf der Bericht ebenfalls eingeht, ist die angestrebte Form von Bau 3. Um eine «zu dicke Erscheinung des Gebäudes» zu verhindern, werde die Bruttogeschossfläche gedeckelt. Sie beträgt 81’000 Quadratmeter. Um auf diesen Wert zu kommen, gibt es auf dem relativ schmalen Baufeld nur einen Weg: den in die Höhe.

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